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Desinformation und Demokratie
Mittwoch 04. März 2026 / 19.30 Uhr
Gewölbekeller / Stadtmuseum Schopfheim
Vortrag: Zlatko Valentic / Uni Freiburg / Politikwissenschaft, Geschichte und Philosophie
Desinformation ist mehr als „falsche Nachricht“. Sie ist eine Form politischer Einflussnahme, die nicht nur einzelne Fakten verdreht, sondern die Bedingungen verändert, unter denen wir politische Wirklichkeit überhaupt noch gemeinsam verstehen können. Historisch gab es Lügen in der Politik immer. Neu ist heute vor allem die digitale Umgebung: Inhalte verbreiten sich in hoher Geschwindigkeit, werden in Ausschnitten geteilt, aus dem Zusammenhang gerissen und von Plattformlogiken verstärkt, die Zuspitzung und Empörung belohnen.
Der Vortrag zeigt, warum Desinformation gerade in digitalen Öffentlichkeiten so wirksam ist. Oft geht es dabei nicht primär darum, dass Menschen eine konkrete Unwahrheit „glauben“. Häufiger wird etwas anderes erreicht: Zweifel werden gesät, Verwirrung wird erzeugt, Vertrauen wird zersetzt. Wenn sich der Eindruck verfestigt, „man kann ohnehin niemandem mehr glauben“, dann verliert nicht nur eine einzelne Information ihre Glaubwürdigkeit, sondern auch das gemeinsame Fundament, auf dem demokratische Debatten überhaupt möglich sind.
Ein zentrales Problem besteht darin, dass Desinformation heute oft nicht als grobe Lüge auftritt, sondern als scheinbar seriöse Mischung aus Fragmenten, Halbwahrheiten, Zahlen, Bildern und Andeutungen. Gerade weil das häufig nicht eindeutig „falsch“ aussieht, wird die Lage schwierig: Der Streit dreht sich dann weniger um Argumente, sondern um Misstrauen, Unterstellungen und Lagerlogik. Korrekturen kommen meist zu spät oder erreichen nicht dieselbe Aufmerksamkeit wie die ursprüngliche Zuspitzung.
Der Abend verbindet Analyse mit Orientierung: Warum reicht „Faktencheck“ allein häufig nicht aus? Welche Rolle spielen Tempo, Emotionalisierung und soziale Dynamiken? Und vor allem: Wie lässt sich politische Urteilskraft stärken, ohne in Zynismus zu kippen oder den Rückzug ins eigene Lager anzutreten? Der Vortrag plädiert für eine Haltung, die weder naiv ist noch resigniert – und die der Versuchung widersteht, in der “Lüge zu leben”.
Konflikte angehen, aber wie?
Mittwoch, 04. Februar 2026 / 19.30 Uhr
Gewölbekeller / Stadtmuseum Schopfheim
Vortrag: Ueli Mäder / Soziologe Uni Basel
Konflikte prägen unseren Alltag und das öffentliche Geschehen. Wie gehen wir mit ihnen um, persönlich und gesellschaftlich: Was hilft? Wie können wir Konflikte besser verstehen und weiterführend bewältigen? Wie kommunizieren wir mit wem? Darüber diskutieren wir am Beispiel konkreter Alltagserfahrungen und anhand von dem, wie wir das Weltgeschehen und die Kommunikation in Krisenzeiten wahrnehmen.
Dabei interessiert, wie wir auf Konflikte reagieren: eher hilflos, ohnmächtig, Angst besetzt, wütend und verzweifelt? Oder gelingt es uns, Krisen als Herausforderung anzunehmen, zu ergründen und gemeinsam anzugehen, statt einfach andere abzuwerten und ihnen die Schuld zuzuweisen. Wenn wir immer wieder über das stolpern, was trennt, driftet der soziale Zusammenhalt auseinander. Dann nimmt die Polarisierung weiter zu. Aber wie kommen wir dazu, mehr an das anzuknüpfen, was verbindet?
Wir fragen also recht umfassend, wie sich psychologische und soziologische Zugänge verbinden lassen? Und: Was ermöglicht gewaltfreie Kommunikation selbst in akuten Krisen? Was kennzeichnet überhaupt eine friedliche Konfliktkultur? Wie überwinden wir derzeitige Polarisierungen? Welche kleinen Schritte sind heute einfach realisierbar? Und was müsste im Geopolitischen mehr zum Tragen kommen?
Soziologe Ueli Mäder führt anhand konkreter Beispiele ins Thema ein. Er geht davon aus, wie neue Kriege und Konflikte dazu verleiten, militärische und andere Gewaltmittel noch mehr aufzurüsten und Krisen mit ähnlichen Mitteln «lösen» zu wollen, die sie mit verursacht haben. Dazu benötigen wir friedliche Alternativen: persönlich, regional und global.
Im 20. Jahrhundert nahmen die Waffen und Kriegsopfer weiter zu. Hoffnungen weckte das «Ende des Kalten Krieges» (1989). Inzwischen ist die Ernüchterung groß. Egomanische Politik dominiert. Und die Frage von Sozialpsychooge Erich Fromm (1976) bleibt aktuell: «Haben oder Sein?» Denn Kriege haben viel mit dem Besitzdenken und Anhäufen von Macht zu tun. Friede verlangt hingegen strukturelle Gerechtigkeit und eine demokratische Kultur der Auseinandersetzung.
Mitgliederversammlung FöSS.e.V.
Donnerstag, den 27.11.2025 / 19.30 Uhr
Gewölbekeller / Stadtmuseum Schopfheim

Sommerfest 2025 des Kunstvereins Schopfheim
Samstag, 06.09.2025, ab 17 Uhr
Städtisches Museum Schopfheim & Museumshof
Eine neue Perspektive für Heimatmuseen?
Donnerstag, 02.10.2025 / 19:00 Uhr
Umweltgeschichte als konzeptionelle Leitidee für das Stadtmuseum Schopfheim
Veranstaltungsort: Museum – Museumsgewölbe
Veranstalter: Stadtverwaltung Schopfheim – Museum
Die Herren von Waldeck und Ihre Burgen
Freitag, 31.10.2025 / 19:00 Uhr
Ein Vortrag von Stephan Maurer
Veranstaltungsort: Museum
Veranstalter: Stadtverwaltung Schopfheim – Museum