Archiv

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It must schwing

Mittwoch 18. März 2026 / 18.30 Uhr
Gewölbekeller / Stadtmuseum Schopfheim

Dokumentation: Film von Wim Wenders

Mitwirkende: Anna Ehmke: voc, Hary de Ville: g, Dominic Schürmann: b

Jazzgeschichte im Film: „It Must Schwing!“ erzählt die Story von Blue Note

Mit der Dokumentation „It Must Schwing! – The Blue Note Story“ widmet sich der Regisseur Eric Friedler – unterstützt vom renommierten Filmemacher Wim Wenders – einem der einflussreichsten Kapitel der Jazzgeschichte. Der Film zeichnet die Entstehung und den Aufstieg des legendären Jazzlabels Blue Note Records nach, das 1939 von den aus Deutschland emigrierten Freunden Alfred Lion und Francis Wolff in New York gegründet wurde.
Die beiden Musikliebhaber waren selbst keine Musiker, doch ihre Leidenschaft für Jazz und ihr Gespür für außergewöhnliche Künstler machten Blue Note zu einem der wichtigsten Labels der Musikgeschichte. Aufnahmen von Größen wie John Coltrane, Miles Davis, Herbie Hancock oder Thelonious Monk prägten den modernen Jazz nachhaltig.
Der Dokumentarfilm verbindet Interviews mit Jazzlegenden wie Sonny Rollins, Wayne Shorter und Herbie Hancockmit Archivmaterial, Fotografien und animierten Sequenzen. Dadurch entsteht ein lebendiges Porträt der kreativen Atmosphäre in den legendären Studios des Labels und der besonderen Freundschaft seiner Gründer. Und macht deutlich, wie wenig schwarze MusikerInnen in Amerika seit den 40er Jahren überhaupt galten.
Kritiker loben besonders den persönlichen Blick auf Lion und Wolff. Der Film erzählt nicht nur Musikgeschichte, sondern auch eine Geschichte von Exil, Leidenschaft und kultureller Offenheit. Gleichzeitig vermittelt er ein Gefühl dafür, warum der Jazz für viele Künstler und Fans zu einer Art Heimat wurde.
„It Must Schwing!“ ist damit weit mehr als eine Musikdokumentation: Der Film zeigt, wie zwei Emigranten mit Enthusiasmus und Mut ein Stück Kulturgeschichte schrieben – und dem Jazz weltweit zu seinem unverwechselbaren Klang verhalfen.
Hary de Ville, Anne Ehmke und Dominic Schürmann erzählen mit einigen Songs aus dem wilden Leben der Billie Holiday (1915 – 1959)

Desinformation und Demokratie

Mittwoch 04. März 2026 / 19.30 Uhr
Gewölbekeller / Stadtmuseum Schopfheim

Vortrag: Zlatko Valentic / Uni Freiburg / Politikwissenschaft, Geschichte und Philosophie

> Zlatko Valentic

Desinformation ist mehr als „falsche Nachricht“. Sie ist eine Form politischer Einflussnahme, die nicht nur einzelne Fakten verdreht, sondern die Bedingungen verändert, unter denen wir politische Wirklichkeit überhaupt noch gemeinsam verstehen können. Historisch gab es Lügen in der Politik immer. Neu ist heute vor allem die digitale Umgebung: Inhalte verbreiten sich in hoher Geschwindigkeit, werden in Ausschnitten geteilt, aus dem Zusammenhang gerissen und von Plattformlogiken verstärkt, die Zuspitzung und Empörung belohnen.

Der Vortrag zeigt, warum Desinformation gerade in digitalen Öffentlichkeiten so wirksam ist. Oft geht es dabei nicht primär darum, dass Menschen eine konkrete Unwahrheit „glauben“. Häufiger wird etwas anderes erreicht: Zweifel werden gesät, Verwirrung wird erzeugt, Vertrauen wird zersetzt. Wenn sich der Eindruck verfestigt, „man kann ohnehin niemandem mehr glauben“, dann verliert nicht nur eine einzelne Information ihre Glaubwürdigkeit, sondern auch das gemeinsame Fundament, auf dem demokratische Debatten überhaupt möglich sind.

Ein zentrales Problem besteht darin, dass Desinformation heute oft nicht als grobe Lüge auftritt, sondern als scheinbar seriöse Mischung aus Fragmenten, Halbwahrheiten, Zahlen, Bildern und Andeutungen. Gerade weil das häufig nicht eindeutig „falsch“ aussieht, wird die Lage schwierig: Der Streit dreht sich dann weniger um Argumente, sondern um Misstrauen, Unterstellungen und Lagerlogik. Korrekturen kommen meist zu spät oder erreichen nicht dieselbe Aufmerksamkeit wie die ursprüngliche Zuspitzung.

Der Abend verbindet Analyse mit Orientierung: Warum reicht „Faktencheck“ allein häufig nicht aus? Welche Rolle spielen Tempo, Emotionalisierung und soziale Dynamiken? Und vor allem: Wie lässt sich politische Urteilskraft stärken, ohne in Zynismus zu kippen oder den Rückzug ins eigene Lager anzutreten? Der Vortrag plädiert für eine Haltung, die weder naiv ist noch resigniert – und die der Versuchung widersteht, in der “Lüge zu leben”.


Konflikte angehen, aber wie?

Mittwoch, 04. Februar 2026 / 19.30 Uhr
Gewölbekeller / Stadtmuseum Schopfheim

Vortrag: Ueli Mäder / Soziologe Uni Basel

Konflikte prägen unseren Alltag und das öffentliche Geschehen. Wie gehen wir mit ihnen um, persönlich und gesellschaftlich: Was hilft? Wie können wir Konflikte besser verstehen und weiterführend bewältigen? Wie kommunizieren wir mit wem? Darüber diskutieren wir am Beispiel konkreter Alltagserfahrungen und anhand von dem, wie wir das Weltgeschehen und die Kommunikation in Krisenzeiten wahrnehmen.

Dabei interessiert, wie wir auf Konflikte reagieren: eher hilflos, ohnmächtig, Angst besetzt, wütend und verzweifelt? Oder gelingt es uns, Krisen als Herausforderung anzunehmen, zu ergründen und gemeinsam anzugehen, statt einfach andere abzuwerten und ihnen die Schuld zuzuweisen. Wenn wir immer wieder über das stolpern, was trennt, driftet der soziale Zusammenhalt auseinander. Dann nimmt die Polarisierung weiter zu. Aber wie kommen wir dazu, mehr an das anzuknüpfen, was verbindet?

Wir fragen also recht umfassend, wie sich psychologische und soziologische Zugänge verbinden lassen? Und: Was ermöglicht gewaltfreie Kommunikation selbst in akuten Krisen? Was kennzeichnet überhaupt eine friedliche Konfliktkultur? Wie überwinden wir derzeitige Polarisierungen? Welche kleinen Schritte sind heute einfach realisierbar? Und was müsste im Geopolitischen mehr zum Tragen kommen?

Soziologe Ueli Mäder führt anhand konkreter Beispiele ins Thema ein. Er geht davon aus, wie neue Kriege und Konflikte dazu verleiten, militärische und andere Gewaltmittel noch mehr aufzurüsten und Krisen mit ähnlichen Mitteln «lösen» zu wollen, die sie mit verursacht haben. Dazu benötigen wir friedliche Alternativen: persönlich, regional und global.

Im 20. Jahrhundert nahmen die Waffen und Kriegsopfer weiter zu. Hoffnungen weckte das «Ende des Kalten Krieges» (1989). Inzwischen ist die Ernüchterung groß. Egomanische Politik dominiert. Und die Frage von Sozialpsychooge Erich Fromm (1976) bleibt aktuell: «Haben oder Sein?» Denn Kriege haben viel mit dem Besitzdenken und Anhäufen von Macht zu tun. Friede verlangt hingegen strukturelle Gerechtigkeit und eine demokratische Kultur der Auseinandersetzung.

Mitgliederversammlung FöSS.e.V.

Donnerstag, den 27.11.2025 / 19.30 Uhr
Gewölbekeller / Stadtmuseum Schopfheim

Sommerfest 2025 des Kunstvereins Schopfheim

Samstag, 06.09.2025, ab 17 Uhr
Städtisches Museum Schopfheim & Museumshof

Eine neue Perspektive für Heimatmuseen?

Donnerstag, 02.10.2025 / 19:00 Uhr

Umweltgeschichte als konzeptionelle Leitidee für das Stadtmuseum Schopfheim

Veranstaltungsort: Museum – Museumsgewölbe
Veranstalter: Stadtverwaltung Schopfheim – Museum

Die Herren von Waldeck und Ihre Burgen

Freitag, 31.10.2025 / 19:00 Uhr

Ein Vortrag von Stephan Maurer

Veranstaltungsort: Museum
Veranstalter: Stadtverwaltung Schopfheim – Museum